Vorbemerkung - Kalmenhof

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Die Opfer


Vorbemerkung


In der Liste der in Idstein ermordeten Menschen werden alle Personen aufgeführt, die ab dem Zeitpunkt der Machtübertragung 1933 in Idstein ums Lebens kommen, da nicht klar erkannt werden kann, wer in dem Zeitraum 1933 -1945 eines natürlichen Todes stirbt.

Bereits ab 1935 werden Heimbewohnerinnen und Heimbewohner auf Grundlage des rassenhygienisch begründeten "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" zwangssterilisiert.
Von Todesfällen infolge von Komplikationen während der nachlässig durchgeführten Eingriffe muss ausgegangen werden.   

Nachdem Fritz Bernotat, Dezernent für das Anstaltswesen im Bezirksverband Nassau, 1937 den Vorsitz des mittlerweile nationalsozialistisch geprägten Trägervereins des Kalmenhofes übernommen hatte, verschlechtern sich die Lebensbedingungen der Heimbewohner dramatisch. Es ist wahrscheinlich, dass ab diesem Zeitpunkt Menschen infolge von Unterversorgung ("Hungersterben") oder sonstiger Gewalteinwirkung auf dem Kalmenhof zu Tode kommen.

Ab 1939 ist ein signifikanter Anstieg der Todesfälle nachweisbar.

Nach bisherigem Kenntnisstand kommen in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Idstein rund 800 Menschen zu Tode. Darüber hinaus sind bislang 470 Menschen namentlich bekannt, die vom Kalmenhof in andere Tötungseinrichtungen deportiert werden.

Aufgrund der oft vorsätzlich falschen Angaben seitens der Mörder können in der Darstellung Ungenauigkeiten nicht ausgeschlossen werden. Auch fehlen bei vielen Opfern biographische Angaben.

Das Schicksal der jüdischen Heimbewohner des Kalmenhofes ist bislang noch nicht erforscht. Wahrscheinlich werden rund 70 Personen im September 1940 über Gießen in die Tötungsanstalt Brandenburg deportiert und dort umgebracht.

Nachdem die Opfer bis Januar 1942 auf dem Städtischen Friedhof begraben werden, kauft der nun nationalsozialistisch ausgerichtete Kalmenhof-Trägerverein den Jüdischen Friedhof an der Escher Straße.
Aufgrund der räumlichen Distanz und möglicherweise auch aufgrund einer besseren Geheimhaltung werden die Toten ab Oktober 1942 schließlich auf dem anstaltseigenen Gelände hinter dem Krankenhaus verscharrt.

Auf dem Städtischen Friedhof sind demzufolge über 300 Opfer begraben worden, auf dem Jüdischen Friedhof rund 40 Opfer und auf dem Anstaltsgelände rund 360 Opfer. Nach Kriegsende werden bis 1948 hier weitere fünfzehn Menschen bestattet.

Die Seite
kalmenhof-gedenken möchte dazu beitragen, die Würde der Ermordeten wieder herzustellen.
Nach über siebzig Jahren werden die vollständigen Namen der Opfer erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Namen von ermordeten Menschen, für die bereits ein Stolperstein verlegt wurde, oder denen in einer anderen Form gedacht wird, sind farblich abgesetzt und mit der entsprechenden Seite verlinkt.

 
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