Gräberfeld auf dem Kalmenhof-Gelände - Kalmenhof

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Die Gräber


Gräberfeld auf dem Kalmenhof-Gelände

- noch im Aufbau -

Ab Oktober 1942 werden die Idsteiner Opfer der "Euthanasie" auf dem anstaltseigenen Gelände hinter dem Krankenhaus verscharrt. In diesem Bereich muss von rund 360 Mordopfern ausgegangen werden, wobei es sich sowohl um Kinder als auch um Jugendliche und Erwachsene handelte.

Der Bereich der 1987 errichteten Gedenkstätte wird in der Regel mit dem Bereich des Gräberfeldes gleichgesetzt, wobei das 40 x 6 Meter große Grundstück in Anbetracht der Opferzahl offensichtlich viel zu klein ist.
Der Boden am westlichen Hang des Taubenberges ist zudem sehr steinig, was den Totengräbern Schwierigkeiten bereitet hat. Eine effiziente, enge Belegung von Anfang an kann somit ausgeschlossen werden, auch weil hierfür überhaupt keine Notwendigkeit bestand .


Die Gedenkstätte im Februar 2014 (Foto: C. Frohn)



Westlich der heutigen Gedenkstätte kann man noch das Fundament des ehemaligen Bienenhauses des Kalmenhofes erkennen.
Es ist für die Lokalisierung des vermutlich viel umfangreicheren Gräberfeldes von entscheidender Bedeutung.

Reste des Fundaments des ehemaligen Bienenhauses im Februar 2014 (Foto: C. Frohn)


Der Staatsanwalt im Kalmenhof-Prozess macht 1946 folgende Aussage:

"Der Anstaltsfriedhof liegt auf dem hinter der Anstalt aufsteigenden Hang oberhalb des Bienenhauses. [...] Es handelt sich um ein verhältnismäßig schmales langgestrecktes Grundstück entlang des Hanges mit 3 Reihen Kindergräbern, eingeteilt in größere Felder."


Auch der ehemalige Schreinermeister am Kalmenhof macht 1947 zum Anstaltsfriedhof folgende eidesstattliche Aussage:

"In die Felder vorn kamen die kleineren hin, auf dem mittleren Feld die mittleren und oben noch die größeren."

Da auf dem Bereich der Gedenkstätte drei Grabreihen nicht Platz finden können, muss das Gräberfeld deutlich größer gewesen sein und möglicherweise bis an die Grundstücksgrenzen der in den 50er Jahren gebauten Häuser der "Schönen Aussicht" herangereicht haben. Möglicherweise ging es sogar über die Grundstücksgrenzen hinaus.

Auf dieser Luftaufnahme, die wahrscheinlich aus dem Jahr 1954 stammt, ist der vermutete Bereich der Gräberfelder rot markiert. Gelb markiert sind die ungefähren Ausmaße der heutigen Gedenkstätte.
Zu beachten ist der auffällig helle Bereich des Flurstücks 48, welcher auf Erdarbeiten hindeuten könnte.
(Abbildung: C. Frohn)


Somit könnte das Flurstück 48/3 ein Hauptbereich des Gräberfeldes sein.

Das Flurstück 48/3 und seine Lage neben der Gedenkstätte im Februar 2017 (Fotos: C. Frohn)

 
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