Gräberfeld auf dem Kalmenhof-Gelände - Kalmenhof

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Die Gräber


Gräberfeld auf dem Kalmenhof-Gelände


Ab Oktober 1942 wurden die "Euthanasie"-Opfer auf dem anstaltseigenen Gelände hinter dem Krankenhaus verscharrt. Daher kann in diesem Bereich von ungefähr 360 Mordopfern ausgegangen werden, wobei es sich sowohl um Kinder als auch um Jugendliche und Erwachsene handelt.

Die sich an das Gedenkrondell anschließende Rasenfläche soll den Bereich des Gräberfeldes abbilden. Die rund 40 x 6 Meter umfassende Fläche erscheint in Anbetracht der Opferzahl jedoch als zu klein.
Der Boden am diesem westlichen Hang des Taubenberges ist steinig, was den Totengräbern laut der Aussagen im Kalmenhofprozess Schwierigkeiten bei der Ausführung ihrer Arbeit bereitet hat. Eine von Beginn an dichte Belegung der zur Verfügung stehenden, viel weitläufigeren Fläche erscheint somit nicht nachvollziehbar.


Die Gedenkstätte im Februar 2014 (Foto: C. Frohn)



Westlich der heutigen Gedenkstätte kann man noch das Fundament des ehemaligen Bienenhauses des Kalmenhofes erkennen.
Es ist für die Lokalisierung des vermutlich viel umfangreicheren Gräberfeldes von entscheidender Bedeutung.

Reste des Fundaments des ehemaligen Bienenhauses im Februar 2014 (Foto: C. Frohn)


Nach einer Ortsbegehung während des Kalmenhof-Prozesses gibt der Staatsanwalt im September 1946 zu Protokoll:

"Der Anstaltsfriedhof liegt auf dem hinter der Anstalt aufsteigenden Hang oberhalb des Bienenhauses. [...] Es handelt sich um ein verhältnismäßig schmales langgestrecktes Grundstück entlang des Hanges mit 3 Reihen Kindergräbern, eingeteilt in größere Felder. Die Einzelgräber sind nur dadurch erkennbar, dass auf ihnen Blechkreuze mit einer Nummer stecken, die fortlaufend bis zur Zahl 270 gehen. Da ein großer Teil der Gräber mehrere Tote aufweist, kann etwa die doppelte Anzahl von Toten auf dem Friedhof angenommen werden."

Die drei vom Staatsanwalt bestätigten Grabfelder werden im Kalmenhof-Prozess auch vom ehemaligen Schreinermeister am Kalmenhof erwähnt. Dieser macht im Januar 1947 folgende eidesstattliche Aussage:

"In die Felder vorn kamen die kleineren hin, auf dem mittleren Feld die mittleren und dann oben noch die größeren."


Da auf dem Bereich der heutigen Gedenkstätte für drei Grabreihen bzw. drei "Felder" kein Platz ist, ist von einem deutlich größeren Grabfeld auszugehen als bisher angenommen.

Auf dieser Luftaufnahme aus dem Jahr 1953 ist der vermutete Bereich der Gräberfelder rot markiert. Gelb markiert sind die ungefähren Ausmaße der heutigen Gedenkstätte. Gut zu erkennen ist das auf diesem Foto helle Flurstück 48. (Abbildung: C. Frohn)


Auch im Bereich des Flurstücks 48 sind Gräber zu vermuten.

Das Flurstück 48 und die Gedenkstätte im Februar 2017 (Fotos: C. Frohn)

 
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